Eine gelungene Spielverlagerung ist im Fußball oft nur der halbe Weg. Der Gegner verschiebt zur neuen Ballseite, der Außenverteidiger rückt heraus, und die Viererkette sichert sich überlappend ab. Jetzt entscheidet sich in wenigen Sekunden, ob aus dem Seitenwechsel eine echte Torchance wird oder ob der Angriff am Flügel versandet.
Genau mit dieser Situation beschäftigt sich ein Kapitel aus dem Heft „Erfolgreich Passwege öffnen und nutzen“ von Steven Turek (fachliche Beratung: Ralf Peter DFB). Ausgangspunkt ist ein Außenverteidiger, der nach der Verlagerung den Ball auf dem Flügel hat. Turek zeigt vier Lösungen: den Doppelpass mit dem Stürmer, den verdeckten Doppelpass, bei dem der Ball durchgelassen wird, die frühe Flanke hinter die Kette und den Pass zur Grundlinie mit anschließendem Querpass.
Erfolgreich Passwege öffnen und nutzen

Das Buch erklärt, wie Mannschaften den eigenen Ballbesitz effektiv gestalten, Passwege öffnen, taktische Grundsituationen lösen und diese mit praxisnahen Trainingsformen für alle Spielphasen und Altersstufen trainieren.
- 64 Seiten & 22 Trainingsformen
- U11 bis Pro
- Erhältlich als eBook & Buch
Allen Lösungen gemeinsam ist das Zusammenspiel aus Andribbeln, Absetzen und Tiefenläufen. Der Ballführer dribbelt seinen Gegenspieler an, ein Mitspieler setzt sich kurz von der Kette ab, und die Stürmer attackieren im richtigen Moment den Strafraum. Entscheidend ist dabei auch, was hinter dem Ball passiert: Die Spieler im Rücken des Angriffs rücken nach, bieten sich als Anspielstation an und bilden gleichzeitig die Restverteidigung gegen einen möglichen Konter.
Im Folgenden zeigen wir drei Übungen aus dem Heft „Erfolgreich Passwege öffnen und nutzen“, mit denen sich das Angriffsspiel nach einer Spielverlagerung gezielt trainieren lässt: von einer Passform ohne Gegner bis zur Spielform mit Konter.
Übung 1 – 7 gegen 0

ABLAUF
In einer Spielfeldhälfte werden unterschiedlich Angriffsmuster nach einer Spielverlagerung gegen Null gespielt. Im Wechsel spielen die Innenverteidiger, nach einem kurzen Dribbling, einen Flugball auf den ballfernen Flügel.
COACHING
Der Schwerpunkt liegt auf der technischen Ausführung der einzelnen Elemente, sowie dem korrekten Timing der Laufbewegungen. Der Flugball wird leicht in die Bewegung gespielt. Die Kontrolle erfolgt mit dem ersten Kontakt, der Pass wird mit dem zweiten Kontakt gespielt. Mit der Annahme löst sich die ballnahe Spitze in die Tiefe, zum Pass zur Grundlinie oder setzt sich kurz von der Kette ab, für einen Pass in den Fuß. Mit dem Pass zur Flanke starten die beiden Stürmer versetzt in den Strafraum, um den Ball zu verwerten.
VARIATION
- Unterschiedliche Kombinationen durchspielen.
- Punktesystem für Torerfolg einführen.
Übung 2 – 8 gegen 8 mit Außenzonen

ABLAUF
In einer Spielfeldhälfte wird 8 gegen 8 auf Großtore mit TW gespielt. Zwei Spieler jeder Mannschaft besetzen die Außenzonen. Ein Außenspieler darf nicht angegriffen werden und frei Hereingaben spielen. Ein Zweikampf zwischen den Anspielern findet nicht statt. Es wird ohne Abseits gespielt.
COACHING
Es wird besonders das präzise Anspiel in den Vorlauf des Außenspielers trainiert. Eine Mitnahme des Außenspielers erfolgt schräg in Richtung Strafraum, um im Anschluss eine optimal Hereingabe spielen zu können. Außerdem werden unterschiedliche Hereingaben (am besten hinter die Kette des Gegners) trainiert. Stürmer stechen in den Zwischenraum und „begleiten“ den Ball ins Tor. Fällt die Kette schnell zum Tor, sind Hereingaben vor die Kette erfolgversprechend. Hierfür belaufen nachrückende Spieler den Raum vor der Kette und schließen ab.
Übung 3 – 7 gegen 8 nach Flugball

ABLAUF
In einer Spielfeldhälfte wird 7 gegen 8 gespielt. Der Ball wird durch einen der beiden Innenverteidiger mit einem hohen Zuspiel auf die ballferne Seite ins Spiel gebracht. Die Außenzonen dienen der Begrenzung für die blaue Mannschaft (erst mit dem gespielten Flugball dürfen sie in die Zone eindringen und verteidigen). Erobert die blaue Mannschaft den Ball, kontern sie auf die Minitore (11 und 9).
COACHING
Rot dienen die Außenzonen als Orientierung, jeweils einer der beiden Außenspieler (Außenverteidiger und äußerer Mittelfeldspieler) soll die Zone besetzen, der anderen besetzt den Halbraum zur Mitte.
VARIATION
- Innenverteidiger dürfen flache Zuspiele auf die ballnahen Außenverteidiger und untereinander frei spielen. Freies Spiel: 7 gegen 8 mit dem gespielten Flugball ohne Zonenregel.
Erfolgreich Passwege öffnen und nutzen

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