Fußball lebt von Situationen, in denen Spieler Auslöser wahrnehmen, Entscheidungen treffen und diese anschließend ausführen. Trotzdem wird gerade im Individualtraining häufig mit starren Übungsformen gearbeitet, bei denen Bewegungen möglichst exakt reproduziert werden sollen.
Das Heft „Spielnahes Individualtraining“ von Jens Luke setzt genau hier an. Statt Bewegungen immer wieder isoliert einzuschleifen, sollen Spieler möglichst häufig mit spielnahen Situationen und den dazugehörigen Auslösern konfrontiert werden. So entsteht eine Trainingsumgebung, in der Wahrnehmung, Entscheidung und Ausführung miteinander verbunden sind.
Spielnahes Individualtraining

Bringe deine Spieler im Training so häufig wie möglich in spielnahe Situationen! 13 ausführliche Szenenanalysen, 40 detaillierte Trainingsformen! Perfekt für die eigene Trainingsplanung!
Ein wichtiger Gedanke dabei ist die hohe Auslöser-Wiederholungs-Dichte. Während ein bestimmtes Verhalten im normalen Mannschaftstraining vielleicht nur wenige Male auftritt, kann es im Spielnahen Individualtraining gezielt und deutlich häufiger provoziert werden.
Auch die Rolle der Trainerinnen und Trainer verändert sich dabei: Nicht jeder Fehler muss unmittelbar korrigiert werden. Vielmehr geht es darum, die Spieler bei ihren eigenen Erfahrungen und ihrer Reflexion zu unterstützen.
Im Folgenden zeigen wir zwei Übungen aus dem Heft „Spielnahes Individualtraining“, die genau diesen Ansatz aufgreifen und spielnahe Situationen gezielt ins Training bringen.
Übung 1 – 1 gegen 1 in zwei engen Zonen mit Klatschoption

ORGANISATION & ABLAUF
Im vorderen Feld müssen die zwei roten Spieler die Reihe des weißen Spielers überspielen. Der Stürmer bewegt sich im hinteren Feld zwischen den beiden Zonen. Wird der Stürmer angespielt, sucht er in der entsprechenden Zone das 1 gegen 1. Er kann aufdrehen oder den Ball zu einem aufrückenden Mitspieler klatschen lassen. Die Mitspieler müssen den Ball direkt in ein rotes Minitor oder im Großtor verwerten. Gewinnen die weißen den Ball, kontern sie auf die weißen Minitore.
COACHING
Der Stürmer muss bewusst den Körperkontakt zum Gegner suchen. Öffnet der Gegner eine Seite, muss sich der Stürmer um den Gegner drehen und abschließen. Der Mitspieler sollte den Ball in den gegnerfernen Fuß spielen. („Wann kannst du aufdrehen und wann solltest du klatschen lassen?“)
VARIATION
- Nach dem Klatsch öffnet sich die gesamte hintere Zone für den
Übung 2 – 1 + 2 gegen 3 Raus aus Druck – flach (Wettkampf)

ORGANISATION & ABLAUF
In einem engen Spielfeld spielen drei rote Spieler gegen einen weißen Spieler. Die zwei Außenspieler von weiß dürfen sich um das ganze Feld bewegen. Gewinnt der weiße Spieler in der Mitte den Ball, kann er über einen Außenspieler Raus aus Druck spielen und auf ein beliebiges Minitor abschließen (1 Punkt). Nur dieser Spieler darf den Abschluss suchen. Die Außenspieler spielen ausschließlich direkt. Die roten Spieler dürfen innerhalb des Quadrates den Ball zurückerobern. Sie erhalten einen Punkt, sobald sie 6 Pässe in Folge gespielt haben.
COACHING
Auf die Kommunikation nach einer Balleroberung achten. Die weißen müssen schnellstmöglich absprechen auf welches Tor gespielt wird.
VARIATION
- Mit nacharbeitenden roten Spielern spielen.
Spielnahes Individualtraining

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