Nicht jeder Angriff kann ein schneller Konter sein. Steht der Gegner geordnet, braucht eine Mannschaft einen sicheren Spielaufbau: Der Ball wird mit gezielten Passfolgen aus dem Abwehrdrittel über das Mittelfeld in die Angriffszone gespielt, bis sich eine echte Torchance ergibt. Die Grundlage dafür ist ein gutes Positionsspiel und die Fähigkeit, den Ball auch unter Druck in den eigenen Reihen zu halten.
Genau darum geht es im Heft „Die Kunst des Angriffsfußballs – Teil 3: Positionsspiele“ von Peter Schreiner und Norbert Elgert. Die Reihe „Die Kunst des Angriffsfußballs“ hat sich über die Jahre zu einem Standardwerk der beiden Autoren entwickelt. Elgert gilt als einer der besten Nachwuchstrainer Deutschlands. Mit der U19 des FC Schalke 04 hat er zahlreiche Profis wie Julian Draxler, Mesut Özil, Max Meyer und Leroy Sané auf den Profifußball vorbereitet.
Die Kunst des Angriffsfußballs – Teil 3

Im dritten Teil der Reihe „Die Kunst des Angriffsfußballs“ dreht sich alles um die Bedeutung eines guten Positionsspiels als Voraussetzung für erfolgreiche Positionsangriffe.
Was sind Positionsspiele?
Die Autoren definieren Positionsspiele als kleine Spiele in Gleich-, Unter- oder Überzahl ohne Tor, meist mit taktischen Aufgaben. Das kann Ballhalten auf Zeit sein, eine Kontaktbegrenzung oder ein Felderwechsel nach einer bestimmten Anzahl von Pässen.
Dabei betonen Schreiner und Elgert, dass Fußball in hohem Maße ein Spiel ohne Ball ist. Ein Spieler hat in einem Spiel im Schnitt nur 1,5 bis 2 Minuten den Ball. Entscheidend ist deshalb, wie sich die Spieler ohne Ball bewegen: abgestimmt, damit der Ballführende möglichst viele und gute Anspielstationen hat.
Die wichtigsten Coachingpunkte beim Positionsspiel sind laut den Autoren:
- Spielfeldseiten und Zentrum besetzen
- Permanent freilaufen und Dreiecke bilden
- Überzahl am Ball schaffen
- Eine offene Körperposition einnehmen
- Den Deckungsschatten verlassen und Lücken nutzen
- Das Spiel verlagern und den Ballbesitz sichern
Ein Gedanke aus dem Schlusskapitel bringt es auf den Punkt: „Stoppen-Schauen-Spielen“ ist überholt. Wer angespielt wird, muss schon vor der Ballannahme wissen, welche Möglichkeiten er hat, und bereitet mit dem ersten Kontakt die nächste Aktion vor.
Im Folgenden zeigen wir drei Spielformen aus dem Heft „Die Kunst des Angriffsfußballs – Teil 3“, die aufeinander aufbauen: vom kleinen 4 gegen 2 mit Spielverlagerung bis zum Parmaspiel im 8 gegen 8.
Übung 1 – 4 gegen 2 + 2 (außen)

Organisation/Aufbau
Drei Felder je nach Leistungsvermögen 8m x 12m aufbauen, im mittleren Feld wird 4 gegen 2 gespielt, in den Außenfeldern sind jeweils zwei Spieler, 1 Ball (+ Ersatzbälle).
Ablauf
- 4 gegen 2 im mittleren Quadrat
- In den zwei Außenquadraten befinden sich jeweils zwei weitere Mitspieler
- Nach einer Spielverlagerung in eines der äußeren Felder rücken zwei Spieler sofort zum erneuten 4 gegen 2 nach
- Der Abwehrspieler sprintet in dieses Feld und attackiert weiter
- Wer einen Fehler macht, wird zum Abwehrspieler
Trainingsziele
- Spiel in die Tiefe
- Spielverlagerung und Nachrücken
- Dreiecksbildung
Variationen
- Zwischen den Quadraten befindet sich ein Korridor
- Es sind nur zwei Kontakte erlaubt
- Direktes Spiel
Übung 2 – 4 + 4 gegen 4 + 4 im Quadrat

Organisation/Aufbau
Ein Quadrat 15m x 15m bis 20m x 20m wie in Zeichnung aufbauen, 4 gegen 4 im Feld und jeweils 4 Spieler einer Mannschaft verteilen sich gleichmäßig auf den Seitenlinien des Quadrats.
Ablauf
- Es wird 4 gegen 4 gespielt
- Die ballbesitzende Mannschaft spielt gemeinsam mit den vier äußeren Mitspielern, die sich an den vier Seitenlinien anbieten und nur direkt oder mit 2 Kontakten spielen dürfen
- 10 Pässe ohne Gegnerberührung ergeben einen Punkt
COACHING PUNKTE
- Schnelle Spielverlagerung durch Kurzpassspiel und lange Bälle mit anschließendem Nachrücken
- Überzahl in Ballnähe schaffen
- Spiel über den Dritten
Übung 3 – Parmaspiel

Organisation/Aufbau
In einer Spielhälfte spielen zwei Mannschaften 8 gegen 8 mit neun Hütchentoren (Offentoren).
Ablauf
- Es wird 8 gegen 8 gespielt
- Ein Tor ist gültig, wenn ein Spieler eine Torlinie überdribbelt
Weitere Wertungsmöglichkeiten
- Pass zum Mitspieler durch ein Tor mit anschließender sicherer Ballkontrolle ergibt 2 Punkte
- Pass durch das Tor und direkter Pass zum Dritten, der den Ball sicher kontrollieren muss ergibt 5 Punkte
Variation
- 7 gegen 7 mit acht Toren (immer ein Tor mehr als Spieler einer Mannschaft
Trainingsziele
- Gute Wahrnehmung und Handlungsschnelligkeit
- Spiel über den Dritten
- 2 gegen 1 finden
- Wandspiel und Doppelpass
COACHING PUNKTE
- Ballbesitz durch geschicktes Freilaufen sichern
- Durch schnelle Spielverlagerung ein freies Tor finden
- Überzahl am Ball schaffen
Die Kunst des Angriffsfußballs – Teil 3

Im dritten Teil der Reihe „Die Kunst des Angriffsfußballs“ dreht sich alles um die Bedeutung eines guten Positionsspiels als Voraussetzung für erfolgreiche Positionsangriffe.



