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Pressing mit Plan: 2 Übungen, um das Mittelfeldpressing deutlich zu verbessern

Pressing ist längst kein Selbstzweck mehr. Wer einfach jeden Ball wild anläuft, verliert Kraft und Ordnung und wird mit einem einzigen Pass überspielt. Erfolgreiche Mannschaften pressen mit Plan: Sie wissen, in welcher Höhe sie verteidigen, worauf sie warten und wann sie zuschlagen.

Genau hier setzt das Heft „Spielmodelle erfolgreich entwickeln“ von Jens Luke an. Der Sportwissenschaftler und Spielanalyst zeigt Trainerinnen und Trainern, wie sie ihre eigene „Traineridee“ entwickeln: Spielstil, Strategie, Taktik, Formation und Prinzipien, jeweils bezogen auf die vier Spielphasen Ballbesitz, Umschalten nach Ballverlust, gegnerischer Ballbesitz und Umschalten nach Ballgewinn.


Spielmodelle erfolgreich entwickeln

Bewertung 5 Sterne

Ein Leitfaden für moderne Taktik- und Trainingsansätze.

  • 110 Seiten & 51 Trainingsformen
  • U11 bis Pro
  • Erhältlich als eBook & Buch

Drei Pressinghöhen

Für den gegnerischen Ballbesitz unterscheidet Luke drei Pressinghöhen. Beim Angriffspressing soll der Ball möglichst nah am gegnerischen Tor erobert werden, damit der Weg zum Abschluss kurz ist. Der Druck auf den Ball ist maximal, viele Teams agieren dabei stark mannorientiert. Luke merkt allerdings an, dass internationalen Untersuchungen zufolge sehr viele dieser Balljagden erfolglos bleiben.

Das Mittelfeldpressing ist zurückgezogener und meist raumorientierter. Ziel ist, den Gegner im Zentrum in Überzahl unter Druck zu setzen und kontrollierte Ballgewinne zu erzwingen. Der Weg zum Tor ist zwar länger, dafür kann die Mannschaft aus zentraler Position sofort umschalten. Gleichzeitig entsteht ein gutes Gleichgewicht zwischen defensiver Stabilität und offensiver Gefahr.

Beim Abwehrpressing steht die Mannschaft tief in der eigenen Hälfte, die Abwehrkette nah am Strafraum, das Mittelfeld davor. Es eignet sich besonders für Teams mit schnellen Konterspielern, die nach Ballgewinn die offene Restverteidigung des Gegners nutzen.

Pressing in vier Phasen

Unabhängig von der Höhe beschreibt Luke Pressing als Ablauf in vier Phasen: Es wird vorbereitet, durch klare Signale ausgelöst, so lange gehalten, bis der Ball erobert ist, und, wenn der Gegner es überspielt, kontrolliert aufgelöst. Erst wenn wieder Stabilität hergestellt ist, wird das nächste Pressing vorbereitet.

Die Pressingauslöser sollten Trainerinnen und Trainer festlegen und im Training immer wieder thematisieren. Typische Auslöser sind Rück- und Querpässe, hohe lange Bälle, ein schlechter erster Kontakt des Gegners oder Pässe in vorher definierte Räume, zum Beispiel auf den Flügel.

Ein weiterer Gedanke aus dem Heft hilft bei der Trainingsplanung: Jede Trainingsform hat einen aktiven und einen passiven Schwerpunkt. Wer mit einer Mannschaft das Pressing trainiert, trainiert mit dem „Sparring-Team“ automatisch auch das Spiel gegen den Druck.

Im Folgenden zeigen wir zwei Übungen aus dem Heft „Spielmodelle erfolgreich entwickeln“ aus dem Kapitel „Mittelfeldpressing gegen Übergangszone“. Beide bauen aufeinander auf: vom 4 gegen 2 zum 8 gegen 4.

Übung 1 – 4 gegen 2 – Reihen verteidigen

Übung 1 – 4 gegen 2 – Reihen verteidigen

ORGANISATION/ABLAUF

Das Feld wird in drei Zonen eingeteilt. Die Teams verbleiben in ihren Zonen. Im Großfeld wird 4 gegen 2 gespielt. Die Angreifer Grün und Orange versuchen mit flachen Pässen von Zone zu Zone zu verlagern. Eine Verlagerung gibt einen Punkt. Rot versucht die Reihe zu verteidigen und nach einem Ballgewinn aus dem Feld zu dribbeln.

COACHING

  • Ballnah schiebt vor.
  • Ballfern sichert.

VARIATION

  • 6 gegen 3.

Übung 2 – 4 + 4 gegen 4 – Zonenspiel

Übung 2 – 4 + 4 gegen 4 – Zonenspiel

ORGANISATION/ABLAUF

Das Spielfeld wird in drei Zonen eingeteilt. Die Teams agieren ausschließlich in ihren Zonen. Es wird 8 gegen 4 gespielt. Die Angreifer Grün und Orange versuchen mit flachen Pässen die Mittelzone zu überspielen. Eine Verlagerung gibt einen Punkt. Rot versucht die Reihe zu verteidigen und nach einem Ballgewinn durch die Dummies zu dribbeln oder auf eines der Minitore zu treffen. Nach mehreren Durchgängen wechseln alle Teams eine Zone weiter. Welche Mannschaft erhält die wenigsten Gegentreffer?

COACHING

  • Reihen verteidigen
  • enge Abstände
  • Abwehrdreieck oder -sichel

VARIATION

  • 6 gegen 3.

Spielmodelle erfolgreich entwickeln

Bewertung 5 Sterne

Ein Leitfaden für moderne Taktik- und Trainingsansätze.

  • 110 Seiten & 51 Trainingsformen
  • U11 bis Pro
  • Erhältlich als eBook & Buch

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