WM 2018 Analyse: Mexiko stürzt den Weltmeister verdient!

Deutschland offenbart gravierende Schwächen im Spiel gegen Konter und muss sich leidenschaftlichen Mexikanern geschlagen geben.

Deutschland – Mexiko 0:1 (0:1)

Deutschland in Ballbesitz zu nachlässig

Mexiko war erste Halbzeit besser – in vielen Belangen. Neben taktischer Variabilität (Wechsel zwischen hohem Pressing und Fallen lassen) zeigten sie auch mehr Konsequenz in den meisten Situationen. Während Mexiko auch in Ballbesitz konsequent gegen Konter nachschob und das Restfeld sicherte, hatten die deutschen Spieler genau damit ihre größten Probleme.

Der Ball ist am Flügel bei Lozano. Mit dem 1:1 -Dribbling sichern alle Mexikaner hinter dem Ball das Restfeld.
Der Ball geht verloren. Mexiko ist direkt im Gegenpressing. Das Restfeld ist gesichert. Deutschland muss einen langen Ball spielen – so sieht Dominanz aus!

Das 1:0 durch Lozano entspringt dann genau aus diesem Mechanismus. Deutschland befindet sich im Angriff, ist aber hinter dem Ball nicht wach genug und schafft es so nicht, nach Ballverlust effektiv die schnellen Konter zu verhindern. Fehlende individuelle Qualität und Glück verhindern, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt nicht schon entschieden ist. Was so eine Phase anrichten kann, merkte man dann kurz vor der Pause als das Momentum den deutschen komplett entglitt und nur der Halbzeitpfiff Schlimmeres verhinderte.

Deutschland ist im Angriff. Die Hintermannschaft (Hummels) lässt Spieler außerhalb der Schlagdistanz stehen.
Hummels Gegenspieler kann ohne Druck in Ballbesitz kommen, der lässt den Ball prallen. Sekunden später steht es 0:1.
Ein weiteres Beispiel für das lässige Spiel hinter dem Ball. Khedira und Kroos rücken an den Strafraum und vergessen Vela im Rücken. Der leitet Sekunden später eine 3:2 -Situation ein.

Neue Halbzeit – gleiches Bild

Während Deutschland mit deutlich mehr Energie und Engagement aus den Katakomben kam, konnten sie ihre taktischen Probleme weniger einfach ablegen. Teilweise verrückte Absicherung gegen Konter (siehe nächste Szene) wechselten sich mit intensiven, aber eher planlosen, Angriffen (Fernschuss Kroos, zahlreiche Strafraumszenen) ab.

Mitte zweite Halbzeit: Eigentlich verkehrte Welt. Nach einer Ecke ist Deutschland im Angriff. Alle Spieler hinter dem Ball vergessen einen Mexikaner an der Mittellinie. Eigentlich unvorstellbar.

Die Schlussphase war typisch für ein Spiel, dass zu diesem Zeitpunkt 1:0 steht. Mexiko verteidigt mit Haut und Haaren den Vorsprung, während Deutschland zeitweise wild anläuft und sich meist nur durch Hereingaben zu helfen weiß. Die resultierenden Konter führten nur durch Glück und zahlreiche Fouls nicht zur frühzeitigen Entscheidung.

„Beunruhigend ist vor allem das ehemalige Steckenpferd Deutschlands: Gegenpressing und Restfeldsicherung. Gegen (noch) stärkere Gegner will man sich nicht ausmalen, was die Ergebnistafel am Ende der 90 Minuten anzeigt.“ – Steven Turek

„Auch bleibt abzuwarten, ob Deutschland gegen stärkere Gegner auch so mannorientiert presst und teilweise Gleichzahlsituationen im eigenen Abwehrzentrum zulässt (was gegen hohe Bälle auf Chicharito noch kein Problem war).“ – Jonas Stephan

Eine Analyse von Jonas StephanSteven Turek

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